
Es sollte ein gelungenes Wochenende mit Freunden bei deutschen Temperaturen in den Cameron Highlands werden- doch alles kam anders.
Nachdem wir gequetscht in einem kleinen malaysischen Auto mit nur 60-80 km/h auf der Autobahn Richtung Cameron Higlands gefahren sind, freuten uns auf das Wochenende. Eingecheckt in unsere Ferienwohnung warteten wir erstmal auf die anderen aus Penang. Dies sollte eigentlich ein gemütliches Wochenende mit unseren indonesichen und maalysischen Freunden werden.
Mit hungrigen Magen verließen wir in Hektik die Wohnung um Essen zu gehen und probierten gleich mal das Spezialgericht „Steamboat“ (= ähnlich zu dem chin. Hotpot) aus. Zufrieden und voll gegessen und mit ein paar Bier im Gepäck gings wieder zurück in unsere Wohnung. Dort haben wir noch Ewigkeiten UNO gespielt bis uns die Augen zu gefallen sind. Und wir schliefen alle mit der Freude auf einen schönen nächsten Tag ein.
Doch alles kam anders!
Der nächste Morgen begann mit eifrigen Suchen nach Angies Kamera, Amelies Handy und Harrys iPod Touch. Nachdem wir die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt hatten, waren wir uns sicher, dass die Sachen geklaut worden sind. Da sich alle Gegenstände im Wohnzimmer auf den Schränken befanden. Obwohl wir eigentlich nicht an die Hilfe der malaysischen Polizei glaubten, fuhren wir sofort zur Polizei. Auf dem Weg dahin fiel Indra auf, dass ihr Geld auch weg war. So verbrachten wir den ganzen Morgen auf dem Polizeirevier um unsere Statements abzugeben. Der Polizist der uns alle Einzeln befragte hatte und unsere Aussagen in den Computer tippte, war typisch Malaysisch. Dass heißt, dass er sehr langsam war, also alles mit einem Finger eintippte. Da alle unsere Aussagen eigentlich gleich waren und es sich nur um andere Gegenstände handelte, hat er alles Wort für Wort abgeschrieben. Auch dieser Polizist konnte an dem Tag etwas von uns lernen, nämlich „copy“ and „paste“. Nach etwa zwei Stunden kamen endlich die Investigatoren (in Zivilkleidung), welche auch die drei Hauptrassen Malaysias ausmachten (anders als in Indonesien!). So kam es zu einer Hausdurchsuchung, bei der alles digital festgehalten wurde und alle Einstiegsmöglichkeiten überprüft wurden. Hinzukamen noch weitere Zeugenbefragungen und auch wir wurden zu Hauptverdächtigen. Nach 5 Stunden Untersuchung war die Polizei aber auch nicht schlauer und wir durften endlich gehen. So fingen wir am Samstag leider erst um 4 p.m. mit unserer Sightseeingtour an und konnten nur einen Teeplantagenaussichtspunkt besuchen.
Für den nächsten Tag hatten wir einen aufregenden Wandertag geplant, nach Edins Reiseführer, dem Stefan-Lose, suchten wir uns natürlich den schönsten, zugleich aber auch schwierigsten Pfad aus. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Nasi Lemak und Roti ging es dann los auf den Pfad Nummer 8! Mit viel Motivation und Elan meisterten wir die erste Hürde, obwohl wir mit unseren zwei relativ dicken Indonesiern, im Vergleich zu den fast magersüchtig aussehenden anderen Beiden, sehr viele Pausen eingelegt haben. Die zwei Hobbywanderer, also wir! Haben uns um den hechelnden indonesischen Harri gekümmert und liefen der Gruppe vorne weg. Mit viel Schwung und einem tänzelnden Schritt liefen wir voraus. Wobei Amelie noch meinte, dass es so viel einfacher wäre den Dschungelweg tänzerisch hochzukommen bzw. zu klettern. Plötzlich schrie Indra auf vor lauter Schmerz in ihrem Fuß und hielt die ganze Gruppe auf. Von hintem kam dann hysterisches Schreien und die Rufe schnell wegzurennen. Als wir alle dann endlich in Sicherheit waren, bemerkten wir, dass die Hälfte der Gruppe nicht mehr da war und das alle außer Amelie und Hari von Hornissen gestochen wurden. Wir hatten alle fürchterliche Schmerzen und besonders Indras Fuß ist fürchterlich heiß und dick geworden. Während die anderen 3 wegen Sharons Schmerzen ins Krankhaus gingen, haben wir anderen oben gewartet und auf den nächsten Anruf von Chris gewartet. Edin erstellte eine digitale Dokumentation, die von den Indonesiern mit deutschen Liedern versüßt wurde.....“Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord.....Danke Chris;-) Gut, dass die Indonesier so gut mit elektronischen Geräten ausgestattet sind, so dass wir noch mitten im Urwald Wlan hatten und nach der Hornisse googlen konnten.
ENDLICH, nach 1 ½ Stunden kam der rettende Anruf von Chris, dass wir von Feuerwehr gerettet werden sollten und die Ambulanz unten auf uns wartet. So machten wir uns auf den Rückweg, der von den Feuerwehrmännern extra frei gemacht wurde. Dies war wohl der gefährlichste Weg, denn Indra wurde von einer Tarantel mit grellorgangenen Muster befallen - Gott sei Dank wurde Indra nicht gebissen- und war den Tränen nahe da sie unter Schock stand- während Amelie stolperte und sich viele blaue Flecken am Popo holte.
Unten angekommen bekam jedes Opfer eine Tetantus-Spritze und diejenigen, welche mehr Stiche abbekommen haben sogar eine Fusion. Erleichtert konnten wir beim Essen wieder über unsere neue Jungleerfahrung lachen. Trotz allem sind wir uns alle einig, dass wir nie wieder zusammen in den Jungle fahren werden.
Mal schaun was uns nächste Woche passiert bei unserer Penangtour.....
3 Kommentare:
oh mann...was macht ihr denn fuer sachen! krass! Die Feuerwehr hat euch geholt und Infusionen gabs auchnoch? Und was ist nun mit den gestohlenen Sachen? Ich dachte schon Sumatra waere aufregend aber Malaysia is ja nix dagegen! ;)
Freue mich auf nen ausgiebigen Bericht am Wochenende! Erholt euch gut :) Anja
ich muss eigntlich ein wenig lachen... voll fies, ich weiss... aber ist doch klar, dass dir wieder so etwas passiert. ich meine, dass mit der kohle - na so was sollte nie im hotel bleiben und wenn dann in ein safe. aber ich werde euch nicht ermahnen, ihr seid ja alt genug :D
dicken kuss! bis wann auch immer und liebste gruesse aus california knutsch
Das könnt ihr euren Enkeln und Urenkeln noch erzählen!
Mein Beleid wegen den fehlenden Sachen, ganz schön teure Erfahrung! Aber dafür hat euch das auch irgendwie zusammen geschweißt, oder? Abgesehen von den negativen Seiten bin ich deshalb fast ein bisschen neidisch, nicht dabei gewesen zu sein ;-)
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